Walthers Anthologie … … und wie man in sie hineinkommt

    In der Zeitschrift Asphaltspuren 7 (erschienen im Mai 2007) habe ich dazu aufgefordert, „der Dichtung eine Bresche (zu) schlagen“. Nun ist es wohlfeil, Forderungen aufzustellen, allein, damit ist herzlich wenig gewonnen.

    Mit dieser nach und nach entstehenden Anthologie sollen Dichter aus Internetforen zusammengeführt und besprochen werden, deren Beiträge über den Tag hinausweisen. Damit wird gezeigt, dass die deutschsprachige Lyrik weder tot ist noch an Talenten arm. Vielmehr lebt sie lustig weiter und verbreitet sich fast wie ein riesiger Hallimasch im Weltweitweb aus.

    Entwickelt wurde die Anthologie ein wenig nach dem Muster der Frankfurter Anthologie, die früher jeden Samstag in der inzwischen eingestellten FAZ Glanzblattbeilage erschien und 1974 von Marcel Reich-Ranicki ins Leben gerufen wurde. Seit 1976 werden die Besprechungen im Insel Verlag, Frankfurt/Main veröffentlicht.

    Nun wollen wir weder der Frankfurter Anthologie Paroli bieten noch der Meinung Ausdruck verleihen, sie sei nicht notwendig, überholt und keine literarische Großtat. Das Gegenteil ist richtig. Der Unterschied ist nur, dass in der Frankfurter Anthologie wichtige Künstler- und Kritikerpersönlichkeiten bedeutende – und arrivierte bzw. bekannte – Gedichte deutschsprachiger Lyriker und Dichterinnen vorstellen, indem sie selbst ausgewählte Werke besprechen, die sie besonders bewegt haben. Und, selbstredend, worin diese besondere Berührung ihren Urgrund hat.

    Das Projekt „Walthers Anthologie“ greift nicht nach Sternen solcher Art. Es soll vielmehr ein Fundus guter Lyrik von nicht bekannten AutorInnen entstehen, der, behutsam ausgewählt und besprochen, die Tiefe und die Substanz der aktuellen Internetlyrik aufbereitet. Ausgewählt und vorgestellt werden sie in der ersten Phase vom Initiator selbst.

    Durch den Verweis auf die Publikationsorte im weltweiten Netz und auf die Webseiten der Autoren soll so ein Netz im Netz entstehen, das aus Gedichten einer gewissen Qualitätsstufe quasi über das Gesamtwerk der Internetdichtung gewoben wird. Dort sind echte Schätze verborgen, wie wir im Weiteren erkennen und lesen werden. Und natürlich auch wirkliche Dichtertalente, denen nicht nur ein überragender Text gelingt, sondern beinahe regelmäßig ein überdurchschnittliches Sprachwerk ins Internet entschlüpft, nur dass sie keiner kennt, weil sie sich nicht vermarkten können oder weil es so etwas wie lyrische Trendscouts bisher nicht gibt, und wenn, dann befinden diese sich an den literaturwissenschaftlichen Seminaren – nicht aber unter sog. Amateurlyrikern in den entsprechenden Foren.

    Nun haben wir uns natürlich ein paar Regeln gegeben. Zum einen müssen die Autoren ihre Werke mit fünf Begriffen verorten. Zum anderen müssen sie eine Kurzvita mit Bibliografie beigeben, aus der etwas über ihre Person und die Hintergründe ihres Schreibens erkenntlich ist. Und zum Dritten müssen sie den Anlass der Entstehung des Texts berichten.

    Die Quellen, wie wir von den Gedichten erfahren, sind dreifach:

    Einerseits ist der Initiator selbst in einigen Lyrikforen aktiv. Dort hält er nach seiner Ansicht nach überdurchschnittlichen Werken Ausschau. Er spricht die AutorInnen an und bittet sie darum, ihm ihr Werk zur Besprechung anzuvertrauen.

    Andererseits kann man ihm Werke Dritter empfehlen, eigene Werke verständlicherweise nicht. Dazu wendet man sich ans Redaktionspostfach unter redaktion.blogmag(at)zugetextet.com (das (at) bitte durch @ ersetzen).

    Drittens: AutorInnen, die bereits vorgestellt wurden, sind gebeten und aufgefordert, selbst wiederum Gedichte, die sie für besonders gelungen und sprachlich hervorstechend halten, zu besprechen und diese Besprechungen einzureichen.

    Wo erscheinen diese besprochenen Gedichte? Ganz einfach:

    • unter www.zugetextet.com in der entsprechenden Rubrik
    • immer einige besonders gelungene in der zeitlich folgenden Druckausgabe; in diesem Falle gibt es ein kostenfreies Belegexemplar oben drauf.

    Mit dem vorliegenden eBook, dem eine echte Gedichtanthologieim Herbst 2015 nachfolgen soll, wird zum ersten Mal der Versuch gewagt, die Anthologie auch in Buchform zu veröffentlichen. Der Herausgeber hofft sehr, dass dieser Versuch sich als erfolgreich erweist.

    Ab sofort die Reihe „Walthers Anthologie“ exklusiv im neuen BlogMag „zugetextet.com“ erscheinen. Der erste Band des eBooks kann bereits erworben werden.

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    8 Gedanken zu „Walthers Anthologie … … und wie man in sie hineinkommt“

      1. Hallo liebe Autorin,
        wie bereits weiter unten ausgeführt sind diese eigentlich einfach zu finden. Unter dem Menüpunkt „Wissenswertes“ gibt es ein Untermenü „Für Autorinnen und Autoren“. Und da steht das Gesuchte.
        Lieber Gruß
        Die Redaktion

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