Literatüröffner – Inklusive Online-Leseabende der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation
Am 24.03.2026 findet zum fünften Mal von 19 bis 21 Uhr ein inklusiver Leseabend der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. über Zoom statt. Die eingeladenen Schriftsteller*innen lesen aus ihren Werken und geben persönliche Einblicke in ihr literarisches Schaffen. In der Regel sind als Autor*innen sowohl Mundsprecher*innen als auch Unterstützt Kommunizierende dabei. Die Teilnahme erfordert eine Anmeldung über den Verein. Sie kostenlos, aber Spenden sind willkommen.
Was ist Unterstützte Kommunikation?
Manche Menschen sind aufgrund angeborener oder erworbener Schädigungen in ihrer Kommunikation beeinträchtigt. Dabei können die Behinderungen einzelne oder auch mehrere Bereiche betreffen und sehr unterschiedlich ausfallen. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch die Kommunikationsbeeinträchtigungen bei allen erheblich eingeschränkt sein. Unterstützte Kommunikation hilft Betroffenen dabei, ihre kommunikativen Fähigkeiten zu optimieren und orientiert sich an einem humanistischen Menschenbild, das das Recht jedes Menschen auf Selbstbestimmung und Teilhabe betont. Zwar werden einige Betroffene von vertrauten Personen verstanden, nicht aber von Fremden. Andere müssen zur besseren Verständigung auf Sprachausgabegeräte, Gebärden, Objekte oder grafische Symbole zurückgreifen. In der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. sind sowohl Betroffene, als auch Wissenschaftler*innen und Interessierte aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien organisiert. Der Verein bietet Unterstützung, Fortbildungen und Öffentlichkeitsarbeit rund um die Unterstützte Kommunikation.
Der nächste Literatüröffner der GesUK
Am 24. März 2026 ist das Lesetandem Alex Oberholzer und Natascha Toman zu Gast beim Literatüröffner der GesUK. Der schweizer Autor Alex Oberholzer liest aus seinem autobiografischen Roman „Im Paradies der weißen Häubchen“, in dem er seine Kindheit in einem Heim für an Polio (Kinderlähmung) erkrankte Kinder verarbeitet. Die Österreicherin Natascha Toman ist Stand-up-Comedienne und erzählt mithilfe Unterstützer Kommunikation und einer synthetischen Stimme Anekdoten aus ihrem Alltag. Moderiert wird der Abend wieder von Pauline Füg, einer Schreibwerkstättenleiterin und Poetry Slammerin, der die Literaturvermittlung und inklusive Wortkunst am Herzen liegt.
Beim letzten Online-Abend im Dezember 2025 waren als Lesetandem die Autorin Ulrike Schäfer und die unterstützt kommunizierende Vortragsrednerin Laura Blaschke zu Gast. Ulrike Schäfer las aus ihrem gerade erschienenen Erzählband „Schmaler Grat“ sowie aus dem zuvor erschienenen Erzählband „Nachts, weit von hier“. Anschließend gab die 2004 geborene Laura Blaschke, die als Vortragsrednerin, zertifizierte Fachkraft für Unterstützte Kommunikation und Fachvorständin für Öffentlichkeitsarbeit der Gesellschaft für unterstützte Kommunikation e.V., bereits viel erreicht hat, sehr offen und nachvollziehbar Einblicke in ihr Leben. Zum Ende der Veranstaltung gab es noch eine kleine Übung zum kreativen Schreiben, die von Pauline Füg angeleitet wurde und die Freude am Schreiben für alle Anwesenden noch einmal erlebbar gemacht hat.

Warum wir mehr inklusive Literatur brauchen
Literatur öffnet Türen zu anderen Perspektiven. Als Gesellschaft tragen wir Verantwortung, dass Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen Zugang zu Literatur erhalten, sich selbst darin wiederfinden und auch aus unterschiedlichen Perspektiven über die Welt erzählen. Literatur ist ein Raum ist, der von allen mitgestaltet werden kann und bei dem alle von den Erfahrungen der anderen profitieren können. Dies hilft dabei, Barrieren und Vorurteile abzubauen, die Vielfalt zu erweitern und möglichst allen Leser*innen Identifikationsmöglichkeiten zu bieten. Eine inklusive Haltung stärkt das Gemeinschaftsgefühl, erweitert den Horizont und bietet allen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Wer sich akzeptiert und verstanden fühlt, traut sich eher, Fragen zu stellen und die eigene Meinungen zu vertreten. Verlage, Bibliotheken, Schulen und Autor*innen können dabei mitwirken, die Vielfalt der Gesellschaft durch Literatur und Literaturvermittlung abzubilden, und dadurch Inklusion erlebbar zu machen.
Weiterstöbern:
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