Offener Brief des Verlegers der dahlemer verlagsanstalt Berlin zur Corona-Krise

    Dieser Offene Brief erreichte den Herausgeber heute. Er könnte von jedem engagierten Kleinverleger geschrieben sein. Wir haben das Problem kommentiert, nicht nur einmal, in vielen Aspekten. Vielleicht hilft der Originalton, damit endlich etwas geschieht.
    Die Redaktion

    Liebe Freundinnen und Freunde des geschriebenen wie gesprochenen Wortes!

    Zuerst einmal: beide für diesen Monat geplanten Premieren-Lesung zu „Unterholz – Zwei Jahre im Wald“ sind leider abgesagt!

    Die dann kommende Lesung am 17. April steht noch in den Sternen (da hatte Elvira Gross- Magometschnigg aus Wien anreisen wollen, um den Gedichtband „kürzliche längliche und 2 längere längere“ – Gedichte, ganz in der Tradition von Jandl und Mayröcker – von Christoph Schwarz, der leider vor einem Jahr verstarb, vorzustellen).

    Wenn ich zu diesem Termin wieder ins Antiquariat & Café MORGENSTERN kann, wird dort dann ein anderes Projekt vorgestellt – womöglich „Unterholz“, herausgegeben von Rainer Schildberger.

    Die Leipziger Buchmesse war abgesagt worden. Dort hatte ich gleich sechs Neuerscheinungen präsentieren wollen:

    •  „Unterholz – Zwei Jahre im Wald“ (s.o.) der ‚Nachfolgeband‘ des wunderbaren Buches „Brandschatz“, auch herausgegeben von Rainer Schildberger
    • „Der Schatten seines Lächelns“ – von Ingeborg Middendorf (die Elegie um den Tod ihres Sohnes)
    •  „Randgeher – Ungerade Geschichten“ – von Hans Zengeler mit dem ich seit Jahrzehnten eng zusammen arbeite
    • – „Im Land der Umbrüche“ – in diesem zweiten Buch von Eckhard Altmann schildert er seinen beschwerlichen Alltag als evangelischen Theologe in der DDR
    • – „Die Buschfrau“ – von Heike Hodl, die zwei Frauen mit unterschiedlicher Auffassung von Heilung in Kenia schildert (unveränderte Wiederauflage)
    • – und (noch in Produktion): „Crossing  Schwellenschritte“ – (über Kunst und Philosophie) von Christina Katharina Lökenhoff (darin ein langes Interview mit meinem Freund Karl Neuffer, von dem in meinem Verlag das spannende Buch „Caravaggio – Spiegelungen des Selbst“ vorliegt)

    Und bevor nun eine* r von Euch auf die dumme Idee kommt, Euch bei diesem Großhändler, dessen Namen ich hier nicht nennen möchte, mit Büchern zu versorgen, so schaut doch bitte unter www.da-ve.de mal nach, was die dahlemer verlagsanstalt seit 1988 so herausgebracht hat!

    Dort befindet sich ein Online-Shop. Und Bücher, die dort bestellt werden, versende ich in Deutschland allein zum Ladenpreis – mit Rechnung! Gerade für den Kulturbereich sind die augenblicklichen Umstände schlimm – deshalb bitte ich um Unterstützung – für den regionalen Buchhandel – und für mich!

    Herzlich grüßt

    Michael Fischer
    dahlemer verlagsanstalt

     

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    2 Gedanken zu „Offener Brief des Verlegers der dahlemer verlagsanstalt Berlin zur Corona-Krise“

    1. Hallo,

      danke fürs Teilen – als Leserin fühlte mich mich zur Zeit sehr hilflos darin, Autor:innen, Verlage und Buchhandlungen zu unterstützen. Ich predige schon seit Jahren: kauft Bücher nicht beim großen A, kauft bei einer inhabergeführten Buchhandlung! Naja, im Moment sieht es ja so aus, als würde es beim A bald immer weniger Bücher geben, vielleicht spült das ja etwas Geld in die richtige Richtung.

      LG,
      Mikka

      1. Liebe Mikka,

        jede/r, derdiedas draußen für das Prinzip des lokalen Einkaufens eintritt, ist wichtig. Es geht ja nicht nur um den Buchhandel. Es geht um alle Fachgeschäfte vor Ort.

        Herzl. Gruß
        Die Redaktion

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