Erde

    Gedicht von Sarah Knausenberger

    Das würdest du natürlich nicht denken,
    wenn du an blühenden Zaubernüssen und
    kleinen Fröschen vorbei durch den Wald läufst
    dass du auf einem Kopf gehst
    dem Kopf einer jungen Frau
    deren Gedanken die Pinien sind und
    deren Worte der Fluss
    in dem du deine Füße badest.

    Der Kopf hat auch
    kahle Stellen, aufgekratzt und weiß
    Erde, die weiß ist, ist tot und du meidest sie
    fragst nicht: was hat man ihr angetan?
    Schwarze Erde lebt, schwarz
    ist der Waldboden, auf dem du spazieren gehst,
    Unwissender du

    Wenn du den Mut hättest, dich umzudrehn
    und einen Blick in den Weltenspiegel zu tun
    sähst du die Erde
    aus allem was hinter ihr liegt hervor gehn
    und sich über die grauen Mauern deiner Vorstellungen erheben
    die Lippen vor Schmerz leicht verzogen
    aber ihr Blick auf den Sonnengott gerichtet
    ihre Kopfhaut teils weiß, teils schwarz und
    statt Haaren blühende Wälder, wie
    eine geschmückte Braut

    Similar Category Post

    Ein Gedanke zu „Erde“

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.