Liebe Deutsche Post, Deine Preise für Büchersendungen sind eine Sauerei, mit Verlaub!

    Es gab einmal Zeiten, da war das mit dem Versenden und Büchern und Zeitschriften ein gute und günstige Sache, da war der Gelben Post, die damals der Bundesrepublik Deutschland gehörte, ein Anliegen, Literatur günstig zu versenden. Seit der Privatisierung ist das Vergangenheit.

    Inzwischen hat die schleichende Preiserhöhung der Büchersendung, die jetzt auf einmal Bücher- und Warensendung heißt, Formen angenommen, die es uns als kleine Literaturzeitschrift inzwischen unmöglich macht, unsere Autor*innen im deutschsprachigen Ausland, also in der Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Italien/Südtirol sowie in Belgien, Luxemburg (auch hier spricht und liest man deutsch) unsere Belegexemplare wie gehabt kostenfrei zuzusenden.

    Das ist ein echtes Problem, und wie immer, wenn Unternehmen Schindluder treiben, gibt es auch hier einen Etikettenschwindel durch Umbenennen der Produkts. Heute heißt im innerdeutschen Geschäft der DHL die alte Büchersendung, für die es sogar einen Stempel gibt, „Bücher- und Warensendung“ und kostet inzwischen das:

    https://shop.deutschepost.de/briefversand/spezielle-versandformen/buechersendung-und-warensendung

    International ist die Post noch weniger schamhaft und nennt das Ding gleich „Warensendung“ und spart gleich auch den kleinen Spareffekt, den es früher einmal gab, komplett ein:

    https://www.deutschepost.de/de/b/briefe-ins-ausland/warenpost-international.html

    Für ein Buch oder ein Literaturmagazin sind bei einem Exemplar national wenigstens € 1,20 und ins Ausland wenigstens € 3,20 zu berappen. Bei einer vernünftigen und vorschriftsmäßigen Verpackung mit einer gefütterten Tüte, damit Buch und Magazin unbeschädigt ankommen, fallen zwischen 50 und 70 Eurocent an. Damit würde der DHL-Versand einer Ausgabe nach Österreich beispielsweise mindestens 4 €uro netto kosten (für die anderen Länder der Liste gilt das Gleiche). Schon der innerdeutsche Versand frisst mehr als den Deckungsbeitrag auf, der zwischen Druck und Preis der Ausgabe liegt. Das ist unglaublich, aber leider wahr.

    Als Herausgeber fragt man sich, ob Du, liebe Deutsche Post, und Du, liebe Bundesnetzagentur, der Du diese Preise in diesem Jahr genehmigt hast, noch alle Tassen im Schrank habt. Wenn das mal Kulturförderung war, ist es jetzt Kulturverhinderung, nicht mehr und nicht weniger. Es ist klar, dass nicht nur das Redaktionsteam von zugetextet.com und sein Herausgeber, der die Chose hier aus seiner Tasche mitfinanziert, stinksauer sind. Aber echt und richtig richtig.

     

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    3 Gedanken zu „Liebe Deutsche Post, Deine Preise für Büchersendungen sind eine Sauerei, mit Verlaub!“

    1. Eines wurde neben der Preiserhöhung vergessen: Büchersendungen, die bisher eine maximale Höhe von 15cm haben durften, werden als solche ab Januar 2020 nur noch bis zu einer maximalen Höhe von 5cm (!) transportiert. Bei der Breite der Büchersendungen hat man zudem auch noch einmal klammheimlich einige Zentimeter abgezwackt (von maximal 30cm auf maximal 25cm). Zusätzlich zur aufgeführten Portoerhöhung kann es dementsprechend – je nach Format des Druckerzeugnisses – auch dazu kommen, dass man fortan als Päckchen/Paket versenden muss. Mehr als ärgerlich.

      1. Hallo Herr Wilhelm,
        so ist es. Ich habe das der Komplizierung wegen nicht genannt, aber die Mogelpackung ist eine gewaltige. Sie soll uns in die teuren Produkte zwingen. Ob DHL damit Erfolg hat, weil es dann ja Alternative wie Hermes usw. gibt, kann und darf bezweifelt werden. Am Ende ist das möglicherweise ein Eigentor, denn verärgete Kunden könnten auf die Idee kommen, den Mittelfinger zu zeigen, und, ehrlich, ich könnte sie sehr gut verstehen.
        Sie können das Anliegen gern auf Twitter und Facebook teilen:
        https://twitter.com/ZugetextetCom/status/1161936202817298433
        https://www.facebook.com/zugetextetcom/posts/422593558599050
        Gemeinsam sind wir stärker. Und der Protest muß noch viel lauter werden, als er es jetzt gerade ist.
        Herzl. Gruß
        Die Redaktion
        Walther, Herausgeber

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