14.10.2015: „Hilda als toter Mensch“ – Walter Kohl liest im Freien Rundfunk OÖ bei Radio FRO auf der Frequenz 105.0 MHz

    Wally Rettenbacher von Radio Summerau, 96 berichtet heute, wir zitieren:

    Von: „Wally Rettenbacher“ <w.rettenbacher(at)raunz.net>
    An: wally(at)raunz.net
    Betreff: Ein Bild von Hilda als toter Mensch

     

    Liebe Kolleg*innen und Kollegen, liebe Radiohörer*innen,

     

    nachfolgend beschriebene Sendung ist am Mittwoch, den 14. Oktober im Freien Rundfunk OÖ bei Radio FRO auf der Frequenz 105.0 MHz zu hören. Die Sendung wird auch von der Radiofabrik in Salzburg am 3. Samstag im Monat (17. November  2015) gesendet und (bald) im Archiv der Freien Radios zum an- und nachhören bereitgestellt und auch auf … Liwest-Kunden 95.6 MHz … oder http://www.fro.at/ LIVESTREAM und ON DEMAND

     

     

    Sendetermin:  Mittwoch, 14. Oktober 2015, 19 – 20

    Wiederholung: 15. Oktober, 13 – 14 Uhr

    Gastautor:    Walter Kohl

    Hier geht’s zum FRO Artikel….

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    Gastautor in der Oktober Ausgabe von Summerau,96 ist der oberösterreichische Autor Walter Kohl, der seinen neuesten Roman „Ein Bild von Hilda als toter Mensch“ (Picus Verlag, 2015) vorstellt. In einer wohlfeilen und achtsamen Auswahl einzelner Textpassagen aus dem Roman, liest Walter Kohl an passenden, atmosphärisch geeigneten  Orten in der Stadt Linz. Entstanden ist ein Hörstück, das dem Roman jene zusätzliche Dimension gibt, die er verdient.

    Im anschließenden  Gespräch erzählt der vielfältige Autor über sich und sein Leben als freier Schriftsteller und über seine nächsten Buchprojekte.

     

    Zum Inhalt

    Walter Kohl liefert mit seinem neuen Buch  „Ein Bild von Hilda als toter Mensch“ ein Werk, das unter die Haut geht.

    In einem Wellengang der Gefühlszustände sucht Charly, der Sohn, in einer ehrlichen und klaren Sprache nach dem wahrhaften Bild seiner verstorbenen Mutter Hilda. Jenem Bild, das ihm abhanden gekommen zu sein scheint und das er jetzt, nach ihrem Tod, zu suchen bereit ist.

    Er, Charly, der Hinterbliebene, beginnt, die Mutter und damit sich selbst zu hinterfragen. Schonungslos gibt er eine persönliche Emotionspalette preis, durch die Trauernde oft gehen: aus der anfänglichen Erstarrung, die über die Gefühlsverweigerung in Zustände der Wut, der Angst, der Leere und Kälte führt, landet er in der Trauer, dem Schmerz, der Vergebung, den Tränen, des  Liebens und Geliebt werdens.

    Über diesen Weg versucht er das Bild von der Mutter zu zeichnen: als Vorlage dafür verwendet er zwei Handyfotos,  die Charly absichtslos, so schreibt er zu Beginn des Romans, am Totenbett der Mutter gemacht hat. Anfangs benutzt er als Hilfsmittel Fotoshopbearbeitungen und zeichnet wirre Bilder Hildas: Verfremdungen, Ergänzungen und  Veränderungen, die mit wilden Effekten über Augen, Ohren und Mund hinwegfegen. Er erschrickt dann über die Ergebnisse, über sich selbst. Verwirft alles. Immer und immer wieder. Aber genau diese verworfenen Bilder leiten das Unerzählte, das fast Unerzählbare ein: Flashbacks aus der Kindheit, Erinnerungen an Hilda und ihrer manchmal so unwirschen Art, Charlys Fragen auszuweichen. Gespräche mit dem Therapeuten tauchen im Buch auf. Impulse, Rat? Auf jeden Fall. Das Verschwiegene, das Unangenehme driftet aus der Vergangenheit langsam an die Oberfläche einer Gegenwart, mit dem Resultat eines – schon wieder – misslungenen Bildes. Alles scheint unwahr, unwirklich zu sein, vertan. Aber es ist doch da! Wo findet sich endlich dieses Bild von ihr?

    Logischerweise ist das in der Ferne. Es kann nur in der Einsamkeit gefunden werden. Er reist also mit seiner Tochter auf die kroatische Insel Žut. Dort  entsteht langsam jenes Bild, das Charly sucht. Es ist Hildas wirkliches Bild. Hilda. Sie und ihr Leben, das voll unerfüllter Hoffnungen und Träume war. Ein Leben des inneren Stillstands und der ausweglosen Erstarrung. Inmitten des öden Daseins in einem  oberösterreichischen Dorf. Es scheint das Bild eines verpatzten Lebens zu sein, das Bild von einer, die sich immer versteckt hat. Aber in diesem Versteck hat sie etwas sehr kostbares für sich bewahrt: ihre Würde.

    Schließlich ist es da, das Bild, nachdem Charly so lange gesucht hat.  Es ist ein Bild, das man nicht zeichnen, malen oder fotografieren kann. Es ist das Bild, das in ihm ist.

    Und Hilda auf dem Foto lächelt plötzlich, das ist ein gutes Zeichen.

     

    (Ein Bild von Hilda als toter Mensch, Roman. Picus Verlag, Wien, 2015, ISBN 978-3-7117-5297-0 (E-book; ISBN 978-3-7117-2025-2 (gebunden).

    Musikauswahl:

    Neil Young – Dead man

    Vaheen Said – nichts tut für immer weh (Elif demirezer)

    Edgar Broughton – evening over rooftop

    Edgar Broughton – No  Wonder

    Pink Floyd – Cluster one

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    Leserstimme: Walter Kohl

    OT Insel Žut: Walter Kohl

    Sendungsgestaltung & Aufnahme(n). Wally Rettenbacher.

     

    Walter Kohl, geboren 1953 in Linz, lebt seit 1996 als freier Schriftsteller in Eidenberg bei Linz. Kohl schrieb mehrere Bücher (zuletzt: »HundertKöpfeFrau«, 2014, gemeinsam mit Reihaneh Youzbashi Dizaji), Theaterstücke (zuletzt: »the fight«, uraufgeführt in Linz 2011) und Hörspiele. Im Jahr 2013 erhielt er den Landeskulturpreis für Literatur des Landes Oberösterreich.

     

    tune ein oder hör nach! Danke!

    alles liebe

    wally rettenbacher

     

    P.S. ist der Newsletter von Summerau,96 nicht mehr erwünscht, bitte um kurzes Email.

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