Die Abstimmung über die Bildung eines Weltstaates

    Essay von Alexander Günsberg

    Der Autor und Verleger Alexander Günsberg stellte uns diesen Text im Rahmen seines Interviews mit uns spontan kostenfrei zur Verfügung.
    Die Redaktion bedankt sich dafür sehr.

    Nun endlich steht die Abstimmung in der UNO-Vollversammlung an. Nachdem so lange über den Weltstaat debattiert und gestritten worden war, nachdem die Einzelheiten in jahrelangen Verhandlungen festgelegt worden waren, sitzen die Menschen aller Länder in gespannter Erregung vor den Fernsehschirmen. Die Ansprachen der Staatspräsidenten stehen an. Darauf wird die Abstimmung folgen, die alle Kriege beenden, gleiche Gesetze für alle und das Verbot jeglicher Diskriminierung bringen soll. Wird sie angenommen, so soll sich das Angesicht der Erde radikal verändern. Von nichts anderem wurde in den letzten Tagen und Monaten gesprochen. Keine Zeitung, die nicht darüber berichtet hätte, kein TV-Kommentator, der sich nicht in höchsten Tönen darüber ergangen wäre, von Tokio bis Paris, von Spitzbergen bis Feuerland, von Jerusalem bis Peking und von Los Angeles bis Moskau. Die Billionen, die bisher in die militärische Rüstung gesteckt wurden, sollen für die Ausmerzung der Armut, für Bildung und Forschung, Kultur, Gesundheitswesen und die wirtschaftliche Entwicklung unterentwickelter Regionen verwendet werden. Welche Aussicht für den seit Jahrtausenden geschundenen Planeten!

    Der Plan sieht eine Weltregierung vor, die in der neuen Welthauptstadt Antanarivo auf Madagaskar beheimatet sein soll. Jeder Kontinent wird fünf Minister stellen. Der Präsident wird von einem Gremium gewählt, das aus den Vorstehern sämtlicher Universitäten der Erde besteht. Religionen bleiben erlaubt. Sie müssen aber die Diskriminierung Andersgläubiger aus ihren Programmen und Büchern streichen, auf aktive Missionierung verzichten und sich der Einmischung in die Politik enthalten. Das Militär wird auf das notwendige Minimum zur Bewahrung des Friedens beschränkt. Privater Waffenbesitz wird verboten. Die Verbreitung von Lügenpropaganda und Verschwörungstheorien und die Aufhetzung der Bevölkerung gelten als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und werden mit lebenslanger Verbannung von der Erde bestraft. Die Verurteilten werden in eine Gefängniskolonie verbracht, die auf dem Mars eingerichtet werden soll. Die Ländergrenzen und die Autonomie der bisherigen Staaten auf der Erde werden aufgehoben. Jedes Volk und jede Region, deren Bewohner über ein Zusammengehörigkeitsgefühl verfügen, erhält den Status einer selbstverwalteten Provinz. Über die Einhaltung der von der Weltregierung beschlossenen Gesetze wacht ein von ihr eingesetzter, unabhängiger und provinzfremder Gouverneur. Werden sie in krasser Weise missachtet oder kommt virulenter Nationalismus auf, so kann er die Verhaftung der Schuldigen und im äußersten Fall den Einsatz des Weltmilitärs beantragen. In Staaten, in denen gegenwärtig mehrere Völker oder Gemeinschaften in Streit miteinander leben, werden denjenigen, die sich zahlenmäßig in der Minderheit befinden, neue Provinzen in menschenarmen Gebieten der Erde zugewiesen. Die Kosten für Umsiedlung, Urbanisierung und Fruchtbarmachung von Ödland trägt die Weltregierung. Dieser werden sämtliche Guthaben der Staaten überwiesen. Staatliche Schulden werden gestrichen. Die Gläubiger werden dafür von der Weltregierung entschädigt. Das Geld wird abgeschafft und durch ein Bonus-Malus-System ersetzt. Das Recht auf Ausbildung, Arbeit und lebenswerte Existenz wird eingeführt. Jedem Menschen steht medizinische Versorgung und ein regelmäßiger Grundbonus zu, den er durch Arbeit erhöhen kann. Über die gerechte Verteilung der Boni und Mali wacht die Weltregierung. Provinzen, die Hunger und Armut zulassen, werden bestraft. Firmengründer, Wissenschaftler und anerkannte Kulturschaffende erhalten Sonderboni. Das neue politische und soziale System ist der Justizianismus. Es löst alle bisherigen Regierungs- und Gesellschaftsformen ab.

    Die Spannung nähert sich dem Höhepunkt. Das Gemurmel im großen Rund des Glaspalastes am Hudson River in New York verstummt. Der Präsident Russlands schreitet als Erster ans Rednerpult. Seine Redezeit ist wie die aller anderen Staatslenker auf zwei Minuten beschränkt, um jeden zu Wort kommen zu lassen. Die Kameras der Welt sind auf ihn gerichtet. Bedeutsam blickt er sich um. Leise und scheinbar emotionslos, wie es seine Art ist, spricht er ins Mikrophon:

    „Meine Damen und Herren“, beginnt er, „heute entscheidet sich die Zukunft der Menschheit. Als Vertreter des größten Landes der Erde bin ich bereit, auf unsere staatliche Unabhängigkeit zu verzichten, um Platz für eine Weltordnung zu machen, in der es keine Ungerechtigkeit und keinen Krieg mehr geben soll. Wie Sie alle wissen, hat Russland an vorderster Front für die Idee des Justizianismus geworben. Jetzt wollen wir ihr zum Durchbruch verhelfen. Sie ist nichts anderes als das, was sich seinerzeit der Gründer der Sowjetunion als Endziel vorgestellt hatten: Glück, Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen der Erde. Er stellt die Verwirklichung des Kommunismus dar. Bei der nun folgenden Abstimmung steht nicht weniger als das Wohl der Menschheit auf dem Spiel. Bedenken Sie das, wenn sie Ihre Stimme abgeben. Mit einem Ja votieren Sie nicht gegen Ihren Staat, sondern für Ihre Bürger. Ich danke Ihnen und vertraue auf Sie.“

    Unter donnerndem Applaus schreitet von der Rednerbühne. Der Präsident Chinas, ein schwergewichtiger Mann mit immerwährendem Lächeln auf den Lippen, das alles und nichts sagt, erhebt sich von seinem Platz in der vordersten Reihe. Im Vorbeigehen schüttelt er seinem russischen Amtskollegen die Hand. Am Rednerpult angekommen, winkt er den versammelten Großen der Welt zu, zieht das Mikrophon näher zu sich und spricht mit seiner bekannten Fistelstimme hinein:

    „Russland ist das flächenmäßig größte Land der Erde, China aber hat bei weitem die größte Bevölkerung aller Staaten. Aber nicht nur an das Wohlergehen unserer Bewohner denke ich, wenn ich Sie ebenfalls auffordere, mit Ja zu stimmen. Mao Tse Tung, der vielleicht bedeutendste Politiker, der je gelebt hat, hatte nichts anderes im Sinn, als alle Menschen glücklich und arbeitend zu sehen. Er war der eigentliche Begründer des Justizianismus, auch wenn er das Wort nicht gekannt und nicht gebraucht hat. Menschen wie er sind ihrer Zeit voraus und schaffen Dinge, deren Wert erst viel später erkannt wird. Ich bin sicher, dass nur ganz wenige hier im Saal die Zustimmung verweigern werden. Sie aber bitte ich Ihre Haltung zu überdenken. Wer von ihnen möchte in der Geschichte als der dastehen, der den Weltstaat und die umfassende Gerechtigkeit auf der Welt verhindert hat? Danke, dass Sie mir zugehört haben und das Anliegen unterstützen.“

    Er hebt den Daumen und lächelt, wie man es von ihm gewohnt ist. Auch ihm brandet Applaus entgegen. Nun ist die Reihe am Präsidenten Frankreichs, einem jungen Mann, der wie eine Mischung aus Bänker und Sportler wirkt. Federnden Schrittes geht er auf die Bühne. Auch seine Stimme ist hoch, aber viel schneidender als die seiner beiden Vorredner:

    „Bürger der Welt“, beginnt er theatralisch, „Frankreich ist nicht so groß wie Russland oder China, aber es ist die Grande Nation. Revolutionen und Neuerungen sind wir ebenso gewohnt wie kulturelle Höchstleistungen Unendlich lang ist die Liste der Männer und Frauen Frankreichs, die der Welt Werke und Gedanken von ewigen Wert gegeben haben. Von Maximilien de Robespierre bis de Charles de Gaulle, von Jean Juvénal über Marguerite de Naval, Pierre Corneille, Jean de La Fontaine, Montesquieu, Rousseau, Diderot, Madame de Staël, Honoré de Balzac, Victor Hugo, Georges Sand, Gustave Flaubert, Emile Zola, Anatole France, Guy de Maupassant, Verlaine und Rimbaud, Jules Renard, Jean Girardoux, François Mauriac und Marcel Pagnol bis hin zu Jean-Paul Sartre, Samuel Beckett, Simone de Beauvoir, Simone Weil, Albert Camus, Marcel Proust, Max Gallo, …“

    Der Generalsekretär der UNO, der die Versammlung leitet, seines Zeichens vormaliger Ministerpräsident Portugals, bekannt für Witz und Schlagfertigkeit, sieht auf die Uhr, unterbricht ihn:

    „Monsieur le Président“, sagt er auf Französisch, „wenn Sie alle Franzosen aufzählen, die je gelebt haben, fällt nicht nur die Abstimmung ins Wasser, sondern auch unser Abendessen. Wollen Sie am Ende den französischen Wein verpassen, den wir bestellt haben?“

    Allgemeines Gelächter antwortet ihm. Der Franzose, leicht indigniert, räuspert sich, lässt sich aber in seiner Lobrede auf Frankreich und seine großen Söhne nicht beirren:

    „Gut, dann mache ich schnell“, fährt er fort: „Bedenken Sie aber bitte auch Marguerite Duras, Jean Genet, Eugène Ionescu, André Malraux …“

    Der Rest geht im Gebrüll unter. Die Leute können sich vor Lachen nicht mehr halten. Kopfschüttelnd, ohne die restlichen Dichter und Philosophen des Hexagons an den Mann beziehungsweise die Frau bringen zu können, verlässt der Franzose das Rednerpult. Der Vorsitzende hat Mühe, die Ruhe im Saal wiederherzustellen. Mehrmals muss er aufs Mikrophon klopfen und um Aufmerksamkeit für die deutsche Kanzlerin bitten, die nach vorne geht. Sie wirkt wie eine gutmütige Großmutter in einem Kleid aus einem Second Hand-Laden, die niemand ein Haar zu krümmen imstande ist.

    „Deutschland ist das Land der Dichter und Denker“, sagt sie mit einem Blick auf den Franzosen, „ich will, aber nur Goethe, Schiller, Mendelssohn und Kant erwähnen, um zum eigentlichen Thema zu kommen, den Weltstaat, dessen Gründung wir heute beschließen wollen. Ich kann Sie nur auffordern, den Antrag zu unterstützen. Er wird die Wiederholung dessen verhindern, was im letzten Jahrhundert von irregeleiteten Deutschen ausgegangen ist. Denn wir hatten nicht nur große Dichter und Denker, sondern auch große Verbrecher und Massenmörder. Nie mehr dürfen solche Menschen die Macht ergreifen, einen Weltkrieg entfesseln und Millionen wegen ihrer Rasse und Religion verfolgen und töten. Darum stimmen Sie bitte dem Antrag zu.“

    Das Klatschen will nicht enden. So eine Rede hätte man von einer Deutschen nicht erwartet. Aber das Deutschland von heute ist nicht mehr das Deutschland von gestern. Heute sitzen die Übeltäter in anderen Teilen der Erde. Werden sie dem Antrag zustimmen?

    Nun ist die Reihe am saudischen Prinzen, der seinen kranken Vater vertritt. Im wallenden Gewand, weiß wie die Unschuld seiner Frauen, die rote Kefieh auf dem Haupt, rauscht er durch die Reihen. Als Einzigem winkt er dem israelischen Ministerpräsidenten zu, sehr zum Missfallen gewisser anderer Araber. Aber auch da haben sich die Zeiten geändert.

    „Salam aleikum“, wirft er ins Publikum. „Friede mit Euch allen! Saudi-Arabien ist ein großes Land mit uralter Geschichte. Manche behaupten, unsere Vorfahren wären Juden gewesen. Wie auch immer, heute sind wir die Hüter des Islam und beherbergen die heiligen Stätten in Mekka und Medina. In Zukunft aber sollen der Islam und unsere Schwesterreligionen, das Judentum und das Christentum, Privatsache jedes Menschen sein. Juden werden in Mekka und Rom beten, Christen in Medina und Safet, Moslems in Jerusalem und Assisi. Keiner soll mehr Steine auf den anderen werfen, keiner sein Gewehr auf den anderen richten. An unseren Pferde- und Kamelrennen werden Moslems, Juden und Christen teilnehmen und im ehrlichen Wettstreit den Sieger ermitteln. Unser Öl wird der ganzen Welt Reichtum bringen und unsere Dichter werden die Schönheit der Frauen auf der ganzen Welt besingen. Darum sage ich Ihnen: Stimmen Sie dem Antrag zu.“

    Fäuste recken sich ihm entgegen, während andere aufstehen und die Rede des jungen Arabers bejubeln. Vieles ist heute anders als sonst in der UNO. Die Ansprachen der Deutschen und des Saudis haben Sand ins Getriebe der Räder gestreut, die sie bisher am Laufen gehalten haben. Die Maschinen der Ewiggestrigen geraten ins Stocken.

    Endlich erhebt sich der amerikanische Präsident. Die Augen der Welt sind auf ihn gerichtet. Wird er weiterhin die israelische Position im Nahostkonflikt unterstützen? Das noch vorne gekämmte, weit aufgerichtete Blondhaar auf dem Kopf des großgewachsenen Mannes lässt ihn schon von weitem als einen der Mächtigen der Welt erkennen, vielleicht sogar als den Mächtigsten von allen. In Europa hassen ihn viele. Amerika ist gespalten. Für die einen ist er der Messias, der das Land aus der Wirtschaftskrise und zu neuer Stärke geführt hat, für die anderen ein Schandmaul, das das Ansehen der USA in der Welt beschädigt hat. Jubel, aber auch Pfiffe begleiten seinen Gang aufs Podium. Nach der Begrüßung kommt er ohne Umschweife auf sein außenpolitisches Lieblingsthema zu sprechen:

    „Das Beste an dem ganzen Plan ist“, sagt er in seiner gewohnt direkten Art, die so mancher als undiplomatisch bezeichnet, „dass der Palästinakonflikt endlich gelöst wird. Die arabische Minderheit in Israel bekommt ein eigenes Land, dass drei Mal so groß wie Israel ist und die Extremisten werden auf den Mars geschickt, wenn sie mit ihrer Agitation und ihren Hassreden weitermachen. Es ist Zeit für Frieden und Ausgleich. Da die Nationalstaaten ausgedient haben, kann niemand mehr den staatenlosen Arabern unbesiedeltes Land verwehren. Wie sie alle dem Plan entnommen haben, ist es bereits ausgesucht. Mit nur einem Bruchteil der Gelder, die ab sofort von den aufzulösenden Streitkräften aller bisherigen Staaten freiwerden, schaffen wir den neuen Bewohnern ein Paradies auf Erden. Meine berühmten Vorgänger Lincoln und Jefferson wären stolz darauf gewesen. Wir alle können stolz darauf sein. Ich danke Ihnen, dass Sie mir zugehört haben und bin überzeugt davon, dass die erforderliche Neunzig-Prozent-Mehrheit bei der Abstimmung über die Gründung des Weltstaates erreicht werden wird.“

    Nach ihm plädieren die Staatsführer Israels, Brasiliens, Österreichs, der Schweiz, Ungarns, Marokkos, Jordaniens, Japans und der allermeisten anderen Staaten für den Weltstaat. Dagegen wettern nur der Iran, Syrien, der Irak, Malaysia, der Libanon, Nordkorea, Venezuela, Kuba und Pakistan. Besonders scharfe Worte gebraucht der iranische Präsident. Er bezeichnet den Plan als eine zionistische Weltverschwörung gegen den Islam und fordert statt eines Weltstaates die Auflösung Israels. Seine Rede wird wie üblich als nicht ernst gemeint angesehen. Angesichts von 184 Ja-Voten gegen nur 9 Nein scheint der Ausgang der Abstimmung klar.

    Nach der letzten Rede erklärt der Generalsekretär nochmals die Modalitäten der Abstimmung. Sie wird geheim durchgeführt, sodass niemand Repressalien zu befürchten haben wird und, wie der US-Präsident bereits erwähnt hat, sind zur Annahme des Antrags neunzig Prozent erforderlich. 174 Staaten müssen also zustimmen. Auf der ganzen Welt knallen schon jetzt die Sektkorken. Die Menschen tanzen vor den Fernsehschirmen, freuen sich auf das Ende aller Kriege und auf soziale Gerechtigkeit. 184 Staatschefs haben für ein Ja geworben, 10 mehr als benötigt. Nichts mehr kann schiefgehen. Die messianischen Zeiten sind angebrochen. Die Abstimmung ist nur noch eine Formsache. Nicht nur in Berlin, Wien und Bern umarmt man sich, auch in Tunis, Bogota, Astrachan, Mexiko-City, Peking und fast allen anderen Hauptstädten des Erdenrunds. Die Nationalstaaten haben ausgedient. Es lebe der Weltstaat!

    Spannung herrscht im Saal am Hudson River, als die elektronische Abstimmung beendet ist. Der Generalsekretär schaut auf den Bildschirm vor sich, auf dem das Resultat angezeigt wird. Ein eigenartiges Zucken ist in seinem Gesicht zu erkennen. Die Fernsehzuschauer halten es für ein Zeichen der Aufregung. Schließlich steht ein epochaler Wandel in der Menschheitsgeschichte bevor. Da ist ein kleines Zucken erlaubt.

    Der Mann aus Portugal steht in diesen Sekunden im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Kaum einer auf dem Planeten, der seine Augen nicht auf ihn richtet. Die Mondlandung hat nicht so viel Aufmerksamkeit hervorgerufen. Er kritzelt etwas auf ein Blatt Papier, reicht es einem Mitarbeiter, der sich aufgeregt mit ihm entfernt. Dann nimmt er einen Schluck Wasser aus dem Glas, das neben dem Bildschirm steht. Als er ins Mikrophon krächzt, um zu prüfen, ob es funktioniert, kehrt absolute Stille ein. Man hätte die sprichwörtliche Nadel fallen hören können. Alle halten den Atem an. Keiner traut sich mehr, auch nur das kleinste Geräusch von sich zu geben. Niemand rutscht auf dem Stuhl herum, so aufgeregt er auch ist. Ist die Mehrheit von 174 Stimmen erreicht worden? Nur das interessiert die Staatslenker im Saal und die Menschen in allen Ländern der Welt.

    „Hmhmm“, beginnt der Generalsekretär. „Ich gebe Ihnen das Resultat der Abstimmung bekannt. Mit Ja gestimmt haben 23 Staaten, mit Nein 130. Enthalten haben sich 21 Staaten. Damit ist der Antrag abgelehnt.

    Das ist die Art, wie Menschheitsträume enden.

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