11.11. – 23.11. Literatürkfestival 2019: Das Programm im Überblick

    von Oliver Bruskolini

    Vom 11. bis zum 23. November findet in diesem Jahr in Essen das nunmehr 15. Literatürk Festival statt. Wie angekündigt wollen wir das Jubiläum als Anlass nutzen, um den Fokus unserer Leserinnen und Leser verstärkt auf die abwechslungsreiche und prägende Veranstaltungsreihe im Herzen des Ruhrgebiets zu lenken.

    Den ersten Teil dieses Vorhabens bildete ein kurzes Feature zum diesjährigen Festival. Im zweiten Schritt soll das diesjährige Programm im Folgenden angekündigt werden. Zusätzlich erfolgt in Kürze der Druck unserer neuen Ausgabe 7/8 zu den Themen „Welt retten / Ruinen“, in der ein Interview mit Johannes Brackmann, einem der Initiatoren des Festivals, erscheinen wird.

    Den Auftakt des diesjährigen Festivals bildeten zwei Rahmenveranstaltungen im September: Ein Meet & Greet sowie eine Minilesung mit Deniz Utlu im Zuge des TUP-Theaterfests und eine Lesung unter dem Themenschwerpunkt „Heimat“ mit Saša Stanišić im Filmstudio im Glückaufhaus.

    Die offizielle Eröffnung des 15. Literatürk Festivals findet am 11. November um 19:30 in der Essener Zeche Carl statt. Durch den Abend führen werden Imran Ayata und Bülent Kullukcu. Nebst Live-Musik von Elektro Hafiz und einer Tanzperformance von Prince Emrah, erwartet die Besucher eine Lesung des Kölner Autoren Selim Özdoğan, der 1995 mit dem Roman „Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist“ debütierte und zuletzt mit den beiden Werken „Wo noch Licht brennt“ und „Wieso Heimat, ich wohne zur Miete“ im Haymon-Verlag erfolgreich war. Ein Grußwort zum Auftakt wird außerdem Muchtar Al Ghusain, Beigeordneter der Stadt Essen für die Bereiche Jugend, Bildung und Kultur, an die Anwesenden richten.

    Am darauffolgenden Abend sind gleich vier AutorInnen zur Lesung am Grillo-Theater geladen. Ab 19:30 werden Hengameh Yaghobifarah, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek und Mithu M. Sanyal aus ihren Beiträgen zur Anthologie „Eure Heimat ist unser Albtraum“ lesen, in denen das alltägliche Leben in einer von Rassismus und Antisemitismus durchzogenen Gesellschaft porträtiert wird.

    Am Mittwochabend, dem 13.11. erwartet das Publikum eine frischgekürte Preisträgerin. Ab 19:30 Uhr ist Enis Maci in der Buchhandlung Proust zu Gast. Die 1993 in Gelsenkirchen geborene Autorin, deren Essaysammlung „Eiscafé Europa“ 2018 im Suhrkamp Verlag erschien, wurde in diesem Jahr mit dem Literaturpreis Text & Sprache des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V ausgezeichnet.

    Am darauffolgenden Abend ab 19:30 ist Ece Temelkuran in der Zentralbibliothek zu Gast. Die 1973 in Izmir geborene Schriftstellerin ist seit ihrem Roman „Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann“ aus dem Jahr 2014, der in 22 Sprachen übersetzt wurde, eine durchaus internationale Größe. Ihre Lesung wird, moderiert und übersetzt von Sabine Adatepe, unter dem Motto „Wenn dein Land, nicht mehr dein Land ist – Sieben Schritte in die Diktatur“ stattfinden.

    Ein kleiner Sprung zum 22.11., um den Rahmen des Artikels nicht zu sprengen. An diesem Tag gastiert Karen Köhler ab 20:00 in der Buchhandlung Proust. Die Wahl-Kiez-Autorin aus St. Pauli wird aus ihrem Werk „Miroloi“ lesen. Für die Erstellung dieses Romans (erschienen im Hanser Verlag) erhielt die Autorin 2017 das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung und 2018 das Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds.

    Zur Abschlussveranstaltung des Festivals in der Zentralbibliothek treffen unter der Moderation von Dr. Karin Yeşilada die beiden Autoren Feridun Zaimoglu und Zafer Şenocak aufeinander. Der 1964 in Bolu geborene Feridun Zaimoglu veröffentlichte bisher 13 Romane in Deutscher Sprache und wurde unter anderem 2002 mit dem Hebbel-Literaturpreis und 2016 mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet. Zafer Şenocak wurde 1961 in Ankara geboren und lebt heute in Berlin. Auch er kann zahlreiche Veröffentlichung in der Belletristik und der Lyrik nachweisen. Nebst Lesungen werden sich beide Autoren über die deutsche Sprache und ihre Erfahrungen damit austauschen sowie Einblicke in die Herausforderungen des deutschen Literaturbetriebs bieten.

    Neben den einzeln angeführten Veranstaltungen hat das Literatürk Festival selbstverständlich noch zahlreiche andere Events aus den verschiedensten kulturellen Spaten zu bieten. Eine vollständige Übersicht über das Programm in diesem Jahr findet sich hier.

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