Literatürk Festival – 15. Internationales Literaturfestival

    von Oliver Bruskolini

    Das Literatürk Internationales Literaturfestival ist eine literarische Veranstaltungsreihe, die seit mittlerweile fünfzehn Jahren in Trägerschaft des Kulturzentrums GREND in Essen stattfindet. In diesem Jahr läuft das Festival vom 11.11. bis zum 21.11.2019 und lädt zu kulturellen Veranstaltungen in Essen und über die Stadtgrenzen hinaus ein.

    Foto: Literatürk

    Das Organisationsteam um Fatma Uzun, Semra Uzun-Önder und Johannes Brackmann bietet Autorinnen und Autoren, die einen Migrationsbezug zur Türkei aufweisen oder aus der Türkei stammen, jährlich eine Plattform, ihre Werke einer breiten und interessierten Öffentlichkeit im Ruhrgebiet zu präsentieren. Im Fokus steht dabei der interkulturelle Austausch.

    v.l.n.r.: Fatma Uzun, Semra Uzun-Önder, Johannes Brackmann
    Foto: Volker Hartmann/LITERATÜRK

    Was als spezifisch auf die Türkei ausgerichtetes Projekt begann, hat sich über die Jahre weiterentwickelt. So legt das Literatürk seinen Schwerpunkt noch immer auf den Eurasischen Staat, hat den Kreis der kulturellen Diversität aber nachhaltig geöffnet. Dementsprechend finden auch Autorinnen und Autoren mit Wurzeln in anderen Regionen eine Bühne auf dem Festival.

    Dabei werden dem Publikum nicht nur Übersetzungen vorgestellt. Die geladenen Gäste lesen aus ihren Werken in der Herkunftssprache, wobei die einzelnen Passagen in der Regel anschließend übersetzt werden. Auch die Autorengespräche und Interviews im Anschluss der Veranstaltungen werden  übersetzt.

    Der Schwerpunkt des Festivals liegt deutlich auf der Literatur, es werden aber auch Ausflüge in andere kulturelle Genres wie beispielsweise das Filmische oder Musikalische unternommen. Das abwechslungsreiche Programm hält eine Mischung aus bekannten und weniger geläufigen Künstlerinnen und Künstlern parat. Zu den größeren Namen der letzten Jahre zählen unter anderem Orhan Pamuk und Can Dündar.

    Foto: Marek Eggemann

    Möglich ist ein derart umfassendes Veranstaltungsprogramm an verschiedenen Locations durch langjährige Netzwerkarbeit. So wirken viele unterschiedliche Veranstalter, Vereinigungen und private Akteure am Gelingen des jährlichen Festivals mit. Zudem ist das Literatürk ein fester Bestandteil des neuen Netzwerks literaturgebiet.ruhr, das verstärkt an der Sichtbarkeit des literarisch-kulturellen Lebens in der Ruhrmetropole arbeiten wird.

    Foto: Literatürk

    Seit fünf Jahren findet das Literatürk unter vorher festgelegten Leitthemen statt. Im letzten Jahr lautete das Motto „#Mut“, in diesem Jahr finden die Veranstaltungen unter dem Titel „#irgendwasmitheimat“ statt. Dabei kann das Thema durchaus ironisch, mindestens aber kritisch verstanden werden, denn es gilt auszuloten, was es mit der negativen Konnotation und der Möglichkeit einer Begriffsersetzung auf sich hat.

    Ein spannendes Projekt, das jährlich in das Festivalprogramm eingebunden ist, ist die Essener Anthologie. Unter Herausgeberschaft von Artur Nickel werden unter wechselnden Ausschreibungsthemen literarische Auseinandersetzungen von Jugendlichen und Kindern aus dem Ruhrgebiet mit ihrer Lebenswelt gesammelt. Unter der Trägerschaft des Geest-Verlags [Interview mit Alfred Büngen/Gründer Geest-Verlag in unserer Nummer 6] wird auch in diesem Jahr die Anthologie unter dem Motto Ich begann zu erzählen publiziert.

    Foto: Literatürk

    Die Redaktion hat sich vorgenommen, das diesjährige Literatürk intensiv zu verfolgen. Das vorliegende Feature markiert den Auftakt einer kleinen Reihe, die in der kommenden Doppelnummer 7/8 Welt retten/Ruinen in Form eines Interviews mit Johannes Brackmann, einem der Organisatoren des Festivals, fortgesetzt wird. Geplant sind auch ein Vor- und ein Nachbericht der diesjährigen Veranstaltungsreihe. Also, Fortsetzung folgt…

    Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des Literatürk Festivals.

    Foto: Literatürk

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