Zur Aktionswoche „Von Shabbat und Shabbat“ vom 14. bis 21.06.2019: „Warum man nicht demütigen sollte.“

    Aus Bibel und Thora von Joschke

    Joschke wird uns in losen Abständen immer wieder Einblick in den jüdischen Glauben und in jüdisches Leben in Deutschland geben. Dafür sind wir ihm sehr dankbar. Was man kennt, kann einem keine Angst machen. Ein Credo unser Arbeit. Die Vielfältigkeit des Lebens in Deutschland sichtbar zu machen, ein zweites. Das nennen wir aktive Kultur- und Bildungsarbeit. Und der fühlen wir uns verpflichtet. Für die Redaktion zugetextet.com Walther, Herausgeber

    Ein kluger Rabbiner (Rabbi Tanchuma) hielt einmal folgende Weisheit fest: „Sage nicht: So wie ich gedemütigt wurde, so will ich meinen Mitmenschen demütigen, so wie man mir geflucht hat, will ich auch meinen Nächsten fluchen. Wenn Du so handelst, wisse, wen Du demütigst.“
    Gemeint ist der eine, einzige Schöpfer, welcher die Welt und letztlich den Menschen erschaffen hat. Wer einen Anderen, einen Mitmenschen, herabwürdigt und demütigt, würdigt also G?tt selbst herab.

    Ist es nicht eigenartig, das wir auch heute immer noch gegen Dummheit ankämpfen? Antisemitismus gefährdet unsere Demokratie und richtet sich schließlich gegen alle, unabhängig der Religionszugehörigkeit. Wenn man auf andere herabschaut, sich selbst erhöht, tut man das immer. Die Erfahrung weiß davon.
    Wenn es nur so einfach wäre, wie wir glauben, dann müssten doch die Erkenntnisse der Geschichte und die Ratschläge weiser Menschen uns bereits eine Welt ohne Hass und Verfolgung bereitet haben. Ist leider nicht so.  Wir haben nach dem zweiten Weltkrieg sogar eine Charta der Menschenrechte geschaffen, deren 70sten Geburtstag wir vor kurzem begangen haben. Wir sehen, wie sie mit Füßen getreten wird. Und wir schämen uns. Aber tun wir genug?

    Ich finde es richtig und hoffentlich nicht zu spät, wenn die Politik klare Aussagen macht in Verbindung mit Taten und Aktionen gegen Antisemitismus. Ich denke, wir sind es der nächsten Generation aller Glaubensrichtungen schuldig, für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben einzutreten. Deshalb sollten wir freundschaftlich und mit offenem Herzen auf den Anderen zugehen. Immer.

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