So ein netter Hund

    Thomas Rackwitz, In halle schläft ein hund beim pinkeln ein, Verlag im Proberaum 3 (FIXPOETRY Lesehefte), Klingenberg 2009, 28 S., ISBN 978-3-941296-06-9

    Es ist purer Zufall, dass der Autor Thomas Rackwitz zugleich als Lyriker in der ASP 12 abgedruckt ist. Nun, vielleicht ist es auch keiner, was daran liegt, dass er unserer unmaßgeblichen Ansicht nach zu den Lyrikern zählt, in denen der Rezensent großes Potential vermutet. Diese Vermutung hatte er schon, als eben dieser Thomas Rackwitz seinen Sonettkranz „Der skizzenhafte Aufbau der Ruinen, eine Polemik“ 28.07.2006 im Literaturforum Leselupe veröffentlichte.

    Der vorliegende Band enthält neben dem titelgebenden Sonettkranz „In halle schläft ein hund beim pinkeln ein“ sieben weitere Gedichte, die zum Teil ebenfalls Sonette sind.

    Der Sonettkranz enthält – wie auch schon der oben zitierte Sonettkranz – als 15. Gedicht ein sog. „Meistersonett“. Dieses setzt sich aus den 14 letzten Versen der anderen 14 Sonette zusammen und sollte idealerweise nicht nur sprachlich gelungen sondern zugleich einen sinnvollen, das Gesamtthema zusammenfassendes Werk sein.

    Wie der Sonettkenner weiß, gehört der Sonettkranz zu den schwierigsten Vorhaben, denen sich ein Dichter unterziehen kann. Die Aufgabenstellung, 14 interessante, künstlerisch ausgewogene und inhaltlich überzeugende, mit einander nicht nur formal sprachlich sondern auch inhaltlich sinnvoll verbundene Gedichte zu verfassen, gehört zu den schwierigsten Sprachkunststückchen, die man sich vorstellen kann.

    Dem Dichter ist hier ein sich rundes Werk gelungen, dessen Sprachwitz und ironisch sarkastischer Inhalt bereits als solcher ein echter Lesegenuss ist. Der Sonettkranz gehört sicherlich in seinen einzelnen Sonetten wie auch in der Gesamtschau zum Besten, was der Rezensent in jüngster Zeit zu besprechen die Ehre hatte. Dass ihm dabei einige metrische Stockfehler unterlaufen sind, soll auch dem Verlag zugute gehalten werden, dessen Arbeit besonders das Veröffentlichen von Werken der AutorInnen des Webforums www.fixpoetry.com ist. Ein professionelles Lektorat hätte diese kleinen Schwächen ausgebügelt. Das ist keine Kritik an der Arbeit des Teams der FIXPOETRY Lesehefte. Im Gegenteil: Die ASP Redaktion ist mehr als dankbar, dass es diese Initiative gibt. Man kann von solchen privaten Initiativen Lyrikversessener nicht erwarten, dass sie die Arbeitsweise großer Verlage nachbilden könnten. Sie haben dazu einfach nicht die finanziellen Mittel und auch nicht immer die dazu erforderlichen Kenntnisse und Berufsausbildung.

    Das kleine Bändchen erhält trotzdem das ASP Signum „Leseempfehlung für Lyriker und solche, die es werden wollen“. Dem Autor ist zu wünschen, dass sich bald ein engagierter Verlag seiner annimmt. Er hat jedenfalls mehr Talent und Sprachfertigkeit als so mancher, der meint, er könne Gedichte schreiben. Nur ist diese Selbsteinschätzung noch lange kein Grund, dass dies dann auch so ist. Beispiele dieser Chuzpe finden sich leider nur allzu oft in Listen renommierter Verlage, wobei es dem Rezenten wohl immer ein Rätsel bleibt, wie unbesehen mancher Schund zwischen Buchdeckel gerät.

    Netfinder:
    www.fixpoetry.com
    http://www.leselupe.de/lw/titel-Der-skizzenhafte-Aufbau-der-Ruinen-eine-Polemik-76362.htm
    www.leselupe.de

    Weltweitweb, im November 2009

    Walther

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