Café-Abräumerin Carla Brühn

Gedicht von Carsten Stephan

(de.wikipedia.org/wiki/Die_Pflaume_(Manet)#/media/Datei:Edouard_Manet_-_The_Plum_-_National_Gallery_of_Art.jpg, 5.4.2021)
(de.wikipedia.org/wiki/Die_Pflaume_(Manet)#/media/Datei:Edouard_Manet_-_The_Plum_-_National_Gallery_of_Art.jpg, 5.4.2021)

Rosa Kleid mit weißen Rüschen,
Schwerer Kopf mit dummem Hut,
Stierer Blick und Hitlerbärtchen:
Sie macht ihre Sache gut.

Ob Macchiatomütter grasen
Mit den Kälbern und Plapp-plapp,
Ob Krawattenkasper faseln –:
Carla räumt sie alle ab!

Sie lässt Kaffeegläser kippen,
Sorgt für Kuh- und Kalbsgekreisch,
Niest in das veganen Süppchen
Ein paar schöne Fasern Fleisch.

Springt auf Bügelfaltenschöße,
Rührt im Buisnesslangkornreis,
Glotzt verliebt und fragt vernehmlich:
Wollnwa wieda? Halba Preis!

Sind die Gäste überlegen,
Greift sie zu der alten List:
Schon bekriegt das Terrorbalg sich
Mit dem Gentrydschihadist.

Nichts als Schulden, doch Krawatte!,
Schreit Charlotte und wirft Tarte.
Maximilian und ein Schlipsarsch
Spielen Kuchengabel-Dart.

Geht nachhaus, Chinesisch büffeln!,
Lacht es aus gelackten Herrn.
Doch schon fliegen Zuckerstreuer
Ihnen in den Markenkern.

Manchmal reicht die Zigarette
In der Hand: Man flieht den Tod.
Manchmal braucht’s als Wunderwaffe
Doch ein Gläschen Dackelkot.

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