Gedanken zum Pessachfest – vom Wert der Geschöpfe – dargelegt

    von Joschke

    Das Pessachfest bedeutet Überschreitungsfest. Am Anfang gedenken wir an die Befreiung aus der Sklaverei des Pharaos. In Erinnerung daran lesen wir in der Tora im 2. Buch Moses Kap.12/21.
    Nach der 10. Plage, als der Ewige alle Erstgeborene der Ägypter schlug, sagte der Pharao zu Moses und Ahorn: „Machet euch auf, zieht fort aus meinem Volk, so ihr, so die Kinder Israel, und dienet dem Ewigen.“
    Dieser grausame Schlag, der Tod der Erstgeborenen, ging zwar an den Israeliten vorbei und traf nur die Ägypter. Doch es war noch nicht vorüber mit der Bosheit des Pharaos. Am Schilfmeer (wohl das heutige Rote Meer) angekommen, sahen die Israeliten plötzlich die Truppen des Pharaos hinter sich: Er wollte sie doch und trotz allem Erfahrenen nicht in die Freiheit ziehen lassen.
    Nun kommt es zur zweiten Überschreitung: Die Durchquerung des Schilfmeers und die dramatische Situation mit den ägyptischen Verfolgern.

    Am 7. Tag des Pessachfest gedenken und lesen wir in der Tora im 2. Buch Moses die Kap.13 /17 bis Kap.15/26. Die Bibel berichtet, wie die Israeliten errettet werden. Dramatische Ereignisse, welche den Glauben an den einen, einzigen G’tt tief in die Seele der Hebräer eingeprägt haben.
    Von einem Lied steht geschrieben, welches nach glücklichem Erreichen des rettenden Ostufers gesungen wurde. Darin wird die Größe des Herrn gepriesen
    „Da sagen Moses uns die Kinder Israels dieses Lied:
    Singen will ich dem Herrn, denn hoch erhaben ist er, Ross und Reiter warf er ins Meer, …“

    Kein Wort von eigener Größe kommt im Lied am Schilfmeer vor. Es ist kein Siegeslied des Menschen über andere, die tot an den Strand gespült werden. Das verbittet sich G’tt. Schließlich sind die toten Ägypter ebenfalls seine Geschöpfe, die er geschaffen hat.

    Der ehrfurchtsvolle Glaube an den Ewigen und das Leben lassen also keine Schadenfreude und Egoismen zu. Vielleicht ist genau das eine wichtige Erkenntnis für uns alle gerade in diesen schwierigen Zeiten: G?tt kennt keinen Unterschied im Wert eines Lebens.

    Auch Ostern, das die Christen parallel feiern, geht es um Überschreitungen: den Tod Christi und seine Wiederauferstehen. Es trifft sich, dass der 2. Bund keinen Unterschied zwischen den Menschen kennt. Der Wert eines Lebens lässt sich nicht daran bemessen, ob er gläubig ist oder nicht, ob er nützlich ist oder nicht. In der aktuellen Krise sollten wir genau daran denken, bevor wir entscheiden, wie es weitergeht.
    Walther, Herausgeber zugetextet.com 

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