Lesungsort: Familientreff „Klamöttchen“ in Köln-Höhenhaus

    von Oliver Bruskolini

    Mitten auf der Einkaufsstraße in Köln-Höhenhaus direkt neben der Postfiliale findet man den Familientreff Klamöttchen. Im bunt dekorierten Schaufenster liegen Kinderkleidung und Spielzeuge aus.  Denn das Klamöttchen ist ein Second-Hand-Geschäft für alles rund um das Kind.

    Das ist aber nur eine von vielen Funktionen dieses – von der katholischen Gemeinde vor Ort und vielen Spenden finanzierten und zahlreichen EhrenamtlerInnen getragenen – Treffpunkts. An der Glasscheibe und im Inneren des Ladens hängen Plakate, die Familien jeglichen Alters und jeglicher Herkunft zu den verschiedensten Aktivitäten einladen. Von Beratungsgesprächen, über kleine Workshops bis hin zu verschiedenen Veranstaltungen, die zum direkten Austausch einladen, wird den Menschen in Höhenhaus ein Platz für Begegnungen geschaffen.

    Eine, für uns besonders interessante, Plattform für den direkten Austausch, die sich hier bietet, sind Autorenlesungen. An manchen Abenden wird der Verkaufsraum geräumt, Stühle werden aus den hinteren Räumen und dem Keller nach vorne getragen und der übliche Verkaufstresen zum Pult umfunktioniert. Zwischen den Plakaten, die Eltern-Kind-Aktivitäten bewerben, finden sich plötzlich weitere, die eine Lesung verkünden.

    Im Februar 2014 wurde das Klamöttchen eröffnet. Seitdem fanden Lesungen im niedrigen zweistelligen Bereich statt. Jede einzelne war auf ihre Art ein Erfolg. Mit wachsender Veranstaltungszahl bildete sich ein Kreis Literaturbegeisterter heraus, der ebenfalls beständig anwuchs. Bei meiner Lesung waren es etwa dreißig Zuhörer, die meinen Worten interessiert und aktiv folgten.

    Oliver Bruskolini

    Es war deutlich zu spüren, dass diese Veranstaltungen auf Freiwilligkeit, Begeisterung und Interesse fußen. Die VeranstalterInnen sind herzliche, lockere Menschen, mit denen man sich gerne austauscht. Eine Beobachtung, die sich auch auf das Publikum übertragen lässt.

    Musikgruppe um Herrn Seyhan

    Im Zuge der bisherigen Lesungen ist es den VeranstalterInnen gelungen, eine funktionierende Infrastruktur zu schaffen, die sich vor allem für junge, im Sinne von weniger bekannten, Autoren anbietet. Als Schreibender, der sich zu dieser Gruppe zählt, kann ich das Klamöttchen also nur weiterempfehlen. Denn hier spürt man Motivation, Freude an der Arbeit und eine wertvolle Nähe zu (potenziellen) Lesern. Der Ablauf ist gut organisiert und die VeranstalterInnen übernehmen wertvolle Arbeit in der Bewerbung des Events. Und, was für AutorInnen bei Lesungen oft nicht ganz unwichtig ist, es bestehen gute Chancen auf den Absatz des eigenen Werks, auch schon direkt im Anschluss an die Lesung.

    Monika Seyhan

    Wer also literarisch aktiv ist, der findet im Klamöttchen eine gute Gelegenheit, sich selbst und sein Schaffen zu präsentieren. Wer gerne Lesungen besucht, der findet eine gemütliche Atmosphäre und einen offenen Kreis von Gleichgesinnten. Ein Besuch lohnt sich also für beide Seiten.

     

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