Rebentrauer – Trauerreben

    Rebentrauer – Trauerreben

    Sonett von Walther

    Die Trauer ist, sich willig zu ergeben:
    Wenn etwas nicht mehr ist und fortgegangen,
    Wenn – wolkenfrei – die Sonne scheint verhangen,
    Dann kommt die Ruhe nach dem Seelenbeben.

    Man steht an einem Grabstein, denkt ans Leben,
    Erinnert Stimmen, die vertraut erklangen,
    Bemerkt die Winde nicht, die sich verfangen,
    In Haaren, Mänteln und im Widerstreben.

    Ich blicke auf, der Morgen ist vergangen,
    Und um das Grab ist’s still. Wer will vergeben
    Für den, der drunten liegt, und das Verlangen,

    Sich noch ein letztes Mal zu reiben? Reben
    Umschlingen ein Gerüst aus Eisenstangen
    Und weisen blühend auf das Weiterleben.

    ausgezeichnet mit dem 2. Platz beim Bubenreuther Literaturwettbewerb 2017

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